Malaria
Was ist Malaria?
Malaria ist eine durch einzellige Parasiten (Plasmodien) verursachte fieberhafte Erkrankung, die über den Stich infizierter Mücken auf den Menschen übertragen wird. Der Verlauf kann sich innerhalb weniger Stunden bis Tage deutlich verschlechtern; unbehandelt endet ein schwerer Verlauf nicht selten tödlich. Eine rasche Diagnose und Behandlung sind deshalb entscheidend.
Besonders gefährdet sind Schwangere, kleine Kinder, ältere Menschen sowie Personen mit chronischen Erkrankungen oder einem geschwächten Immunsystem. Wichtig zu wissen: Eine früher durchgemachte Malaria-Erkrankung hinterlässt keinen zuverlässigen Schutz – eine erneute Ansteckung bleibt jederzeit möglich.
Verbreitung
Malaria kommt in weiten Teilen der Tropen und Subtropen vor – insbesondere in Afrika, Süd- und Südostasien sowie Mittel- und Südamerika. Innerhalb eines Landes kann das Übertragungsrisiko stark variieren, etwa zwischen Küstenregionen, Städten und ländlichem Gebiet, und ist zudem oft saisonal geprägt (meist höher während und kurz nach der Regenzeit). Reisemedizinisch wird das Risiko üblicherweise in vier Stufen eingeteilt:• Hohes Risiko: Mückenschutz UND medikamentöse Prophylaxe werden empfohlen.
• Mittleres Risiko: Mückenschutz ist Pflicht; je nach Reiseumständen zusätzlich eine Notfallselbstbehandlung erwägen.
• Geringes Risiko: konsequenter Mückenschutz genügt in der Regel.
• Kein bzw. sehr geringes Risiko: seltene Einzelfälle sind dennoch möglich, ein Basisschutz vor Mücken bleibt sinnvoll.
Da sich Risikogebiete und -einstufungen laufend ändern können, empfiehlt sich vor jeder Reise eine aktuelle, länderspezifische Abklärung in der reisemedizinischen Sprechstunde.
Übertragung
Überträger der Malaria sind Anopheles-Mücken, die ausschliesslich zwischen der Abend- und der Morgendämmerung stechen. Tagsüber besteht praktisch kein Übertragungsrisiko für Malaria – wohl aber für andere, tagaktiv übertragene Krankheiten, weshalb ein umfassender Mückenschutz rund um die Uhr sinnvoll ist.Symptome
Erste Beschwerden treten frühestens etwa sieben Tage nach der Ankunft im Risikogebiet auf und zeigen sich meist innerhalb des ersten Monats danach. In selteneren Fällen können sie sich aber auch um mehrere Monate verzögern, in Ausnahmefällen sogar über ein Jahr. Die Erkrankung beginnt häufig grippeartig: Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, dazu gelegentlich Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall. Da sich das Beschwerdebild kaum von einem grippalen Infekt unterscheiden lässt, ist eine sichere Diagnose ausschliesslich über einen Bluttest möglich – auf Symptome allein darf man sich nicht verlassen.Verhalten bei Fieber – so gehen Sie vor
• Körpertemperatur über 37,5 °C während oder nach einem Aufenthalt in einem Malariagebiet gilt immer als Notfall – auch bei nur leichtem Unwohlsein.
• Dies gilt unabhängig davon, ob Sie eine medikamentöse Prophylaxe eingenommen haben oder nicht.
• Suchen Sie so rasch wie möglich, idealerweise innerhalb von 24 Stunden, eine Ärztin, einen Arzt oder eine Klinik auf und lassen Sie einen Malaria-Bluttest durchführen.
• Fällt der erste Test negativ aus, das Fieber besteht aber weiter: Die Testung muss an den folgenden Tagen wiederholt werden.
• Erst wenn an drei aufeinanderfolgenden Tagen die Testung negativ ausfällt, gilt eine Malaria als zuverlässig ausgeschlossen.
• Das Zeitfenster für mögliche Symptome reicht von etwa einer Woche bis zu mehreren Monaten nach der Rückkehr – denken Sie auch danach bei Fieber an Malaria und informieren Sie die behandelnde Fachperson über Ihre Reise.
• Nehmen Sie ein funktionierendes Fieberthermometer mit auf die Reise.
Vorbeugung
Ein wirksamer Schutz vor Malaria stützt sich auf mehrere, sich ergänzende Massnahmen, die je nach Reiseziel und Risikostufe kombiniert werden:
1. Mückenschutz – in jedem Malariagebiet Pflicht
• Kleidung: körperbedeckende, möglichst helle, langärmlige Kleidung tragen, idealerweise vorgängig mit einem permethrinhaltigen Insektizid (z. B. NoBite Textil ® ) imprägniert.
• Repellentien: ein wirksames Mückenschutzmittel (z. B. Nobite Extreme ® oder Antibrumm Tropical ® ) mehrmals täglich auf die unbedeckte Haut auftragen, besonders ab der Dämmerung.
• Schlafbereich: in klimatisierten oder gut abgedichteten Räumen übernachten, andernfalls ein imprägniertes Moskitonetz über dem Bett verwenden; Mückensprays in Innenräumen vorsichtig und nach Herstellerangaben einsetzen.
2. Medikamentöse Prophylaxe – für Gebiete mit hohem Risiko
Bei Reisen in Regionen mit hohem Übertragungsrisiko wird zusätzlich zum Mückenschutz die regelmässige, vorbeugende Einnahme eines Malariamedikaments empfohlen. Die gängigen Wirkstoffe, Dosierungen und Einnahmezeiträume sind in der Tabelle weiter unten zusammengefasst.
3. Notfallselbstbehandlung – für ausgewählte Risikosituationen
Für Reisen in Gebiete mit mittlerem Risiko, insbesondere wenn die medizinische Versorgung vor Ort eingeschränkt oder schwer erreichbar ist, kann das Mitführen eines Notfallmedikaments sinnvoll sein. Ob dies für Sie zutrifft, klären Sie am besten individuell in der reisemedizinischen Sprechstunde.
4. Besondere Risikogruppen
Schwangere, kleine Kinder, ältere Reisende sowie Personen mit chronischen Erkrankungen oder geschwächtem Immunsystem können bei einer Malaria-Infektion besonders schnell schwer erkranken. Gehören Sie zu einer dieser Gruppen, sollten Sie vor der Reise unbedingt eine reisemedizinische Fachperson konsultieren – unter Umständen wird bereits bei mittlerem Risiko zu einer medikamentösen Prophylaxe geraten, oder es wird von der Reise ganz abgeraten.
Hinweis zur Impfung: Für Reisende steht aktuell keine zugelassene Malaria-Impfung zur Verfügung. Mückenschutz und – je nach Ziel – die medikamentöse Prophylaxe bleiben somit die wichtigsten Schutzmassnahmen.
Medikamentöse Prophylaxe
| Wirkstoff (Beispiel) | Einnahme | Beginn | Ende | Zu beachten |
| Atovaquon/Proguanil (z. B. Malarone®) | 1 Tablette täglich | 1 Tag vor Einreise | 7 Tage nach Ausreise | Gut geeignet für kurze Reisen |
| Mefloquin (z. B. Mephaquin®) | 1 Tablette (250 mg) wöchentlich | 1–2 Wochen vor Einreise | 4 Wochen nach Ausreise | Nicht bei Epilepsie oder psychiatrischen Erkrankungen |
| Doxycyclin (z. B. Supracyclin®) | 1 Tablette (100 mg) täglich | 1–2 Tage vor Einreise | 4 Wochen nach Ausreise | Nicht bei Kindern < 8 Jahren oder in der Schwangerschaft |
Angaben gelten für Erwachsene und sind verschreibungspflichtig. Dosierung, Eignung und allfällige Kontraindikationen bitte individuell in der Sprechstunde besprechen.
Notfallselbstbehandlung (Stand-by-Therapie)
Nur nach ärztlicher Verordnung und für den Fall, dass bei Fieber innerhalb von 24 Stunden keine ärztliche Untersuchung möglich ist. Auch nach Einnahme muss so schnell wie möglich eine ärztliche Kontrolle erfolgen.
| Artemether/Lumefantrin (z. B. Riamet®) | Atovaquon/Proguanil (z. B. Malarone®) |
| 24 Tabletten über 3 Tage: sofort 4 Tabl., nach 8 Std. 4 Tabl., am 2. und 3. Tag je 4 Tabl. morgens und abends | 12 Tabletten über 3 Tage: an Tag 1, 2 und 3 je 4 Tabletten auf einmal |
Tabletten möglichst zusammen mit einer fetthaltigen Mahlzeit einnehmen. Kinderdosierungen bitte ärztlich abklären.
Auch nach Einnahme der Notfallselbstbehandlung gilt: Die Malaria-Infektion ist damit nicht sicher beseitigt. Suchen Sie danach so schnell wie möglich eine ärztliche Kontrolle auf, um den Behandlungserfolg zu überprüfen und andere Fieberursachen auszuschliessen.
Checkliste für unterwegs
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